Paul Pogge (1838-1884)

Nach welchen Kriterien werden Straßennamen vergeben? Wer bekommt ein Denkmal? In der Regel gilt, dass die zu ehrende Person besondere Verdienste vorweisen muss. Gleichzeitig signalisiert die Ehrung, nach welchen Werten und Normen die Stadt das Zusammenleben gestalten möchte. Denkmäler und Straßennamen schaffen einen Bezug zur (lokalen) Geschichte und sollen das kollektive Selbstverständnis der Stadtgemeinschaft widerspiegeln.

Weil sie uns also zeigen, an wem sich orientiert werden kann oder soll, erscheint es doch umso wichtiger zu wissen und auch kritisch zu hinterfragen: wer genau waren die geehrten Personen und wofür werden sie geehrt?

Allgemeines

Paul Pogge war ein Landwirt und Jurist aus Mecklenburg. Er wurde am 27. Dezember 1838 als Sohn eines bürgerlichen Gutsbesitzers in Zierstorf bei Teterow geboren. Seine Ausbildung erhielt er auf dem heimischen Hof, bevor es ihn ab 1858 für ein Jurastudium nach Berlin, Heidelberg und München verschlug. 1862 erhielt er seine Promotion in Rechtswissenschaften, bevor er zur Verwaltung des Familiensitzes in Mecklenburg zurückkehrte.

Paul Pogge war ein Landwirt und Jurist aus Mecklenburg. Er wurde am 27. Dezember 1838 als Sohn eines bürgerlichen Gutsbesitzers in Zierstorf bei Teterow geboren. Seine Ausbildung erhielt er auf dem heimischen Hof, bevor es ihn ab 1858 für ein Jurastudium nach Berlin, Heidelberg und München verschlug. 1862 erhielt er seine Promotion in Rechtswissenschaften, bevor er zur Verwaltung des Familiensitzes in Mecklenburg zurückkehrte.

Die zweite Expedition ab 1880 wurde komplett von ihm geleitet und zunächst vom Rostocker Leutnant Hermann von Wissmann begleitet. Ziel war es, von der Westküste aus so weit wie möglich in das Innere des Kongo vorzudringen. 1882 erreichte man Nyangwe am Oberlauf des Kongo-Flusses. Auf dem Rückweg zur Küste ließ er zu Forschungszwecken eine Station in Mukenge errichten. Er wollte beweisen, dass es möglich ist, als Weißer längere Zeit in Zentralafrika unabhängig von der Küstenzufuhr zu leben. Dies versuchte Pogge durch Pflanzenanbau und Kleintierzucht zu bewerkstelligen Da Deutschland im Laufe seiner Reise selbst Kolonialmacht wurde, konzentrierten sich die Regierungsbemühungen zunehmend auf die „eigenen“ Kolonien – Pogge befand sich jedoch in der belgischen Einflusszone. Während er, von Berlin vernachlässigt, zwei Jahre lang auf weitere Finanzmittel hoffte, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Im November 1883 trat er deshalb den Weg zurück zur Küste an, wo er am 17. März 1884 überraschend an einer Lungenentzündung verstarb. Paul Pogge genoss seinerzeit ein sehr hohes lokales und internationales Ansehen für seine zahlreichen Forschungsreisen. (vgl. Kreienbaum 2020, S. 1) Die Planze Encephalartos poggei trägt bis heute seinen Namen.

Ortsbezug

Am 19. September 1885, im Jahr nach Pogges Tod, wurde vor dem Ständehaus im Rosengarten eine Büste zu seinen Ehren aufgestellt. Initiatorin war die Afrikanische Gesellschaft, die ihn als ihren erfolgreichsten Reisenden betrachtete. Spenden mehrerer Bürger*innen (vgl. Kreienbaum 2020, S. 2f) haben es Bildhauer Ludwig Brunow (1843-1913) ermöglicht, diese Büste zu schaffen. Im Jahre 1901 wurde sie auf den Leibnitzplatz umgesetzt, da sie für ein Standbild des Großherzogs Friedrich Franz III. weichen musste. In den Zwanziger- oder Dreißigerjahren hat man den Sockel um Pogges Lebensdaten und die Inschrift „Afrikaforscher“ ergänzt. (vgl. Droß 1938, S. 436-450). Im Zuge des Systemwechsels 1945 wurde die Büste entfernt und später zerstört.

Am 19. September 1885, im Jahr nach Pogges Tod, wurde vor dem Ständehaus im Rosengarten eine Büste zu seinen Ehren aufgestellt. Initiatorin war die Afrikanische Gesellschaft, die ihn als ihren erfolgreichsten Reisenden betrachtete. Spenden mehrerer Bürger*innen (vgl. Kreienbaum 2020, S. 2f) haben es Bildhauer Ludwig Brunow (1843-1913) ermöglicht, diese Büste zu schaffen. Im Jahre 1901 wurde sie auf den Leibnitzplatz umgesetzt, da sie für ein Standbild des Großherzogs Friedrich Franz III. weichen musste. In den Zwanziger- oder Dreißigerjahren hat man den Sockel um Pogges Lebensdaten und die Inschrift „Afrikaforscher“ ergänzt. (vgl. Droß 1938, S. 436-450 Muss hier noch die genaue Seitenzahl nachgucken, aber für‘s Erste muss das so reichen). Im Zuge des Systemwechsels 1945 wurde die Büste entfernt und später zerstört.

Der Rostocker Bildhauer Jo Jastram (1928-2011) rekonstruierte schließlich Pogges Büste auf Grundlage alter Fotos. Sie wurde auf einen Granitsockel gesetzt, der die oben beschriebene Inschrift getragen hat. Die 2,76 Meter hohe Installation wurde am 10. September 1995 im Zentrum des Rosengartens eingeweiht.

Als 2020 die Pläne zur Umgestaltung des Rosengartens publik wurden, wandte sich die Initiative Rostock Postkolonial an das Kulturamt und drängte darauf, auch Pogges Denkmal grundsätzlich zu überdenken. Im Austausch mit diesem, sowie Jo Jastrams Tochter und Erbin Susanne Rast, wurde beschlossen, Pogges Büste zu versetzen. Der Hintergedanke war es, die Überhöhung der Person Pogge zu korrigieren. Sie steht seit 2022 nicht mehr zentral, sondern am Rande des Rosengartens. Zudem erhielt sie einen niedrigeren und schlichten Betonsockel. Die irreführende Inschrift „Afrikaforscher“ entfiel zugunsten einer, an der Seite angebrachten, Infotafel. Der Text wurde gemeinsam mit dem Kulturamt erarbeitet und thematisiert nun erstmals Pogges rassistische Überzeugungen und seine Rolle im deutschen Kolonialismus.

Kritische Einordnung

Fazit

Weiterführende Links

Quellen / Literaturangaben

Änderungshistorie

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