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Koloniale Kontinuitäten in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar machen
Kolonialismus erscheint vielen Menschen als ein historisches Kapitel, das weit entfernt liegt – zeitlich, räumlich und oft auch emotional. Doch die koloniale Vergangenheit wirkt bis heute auf vielfältige Weise fort: in Erinnerungskultur, Straßennamen, Museen, Sammlungen, wirtschaftlichen Strukturen, Ungleichheitsverhältnissen und in Denkmustern. Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind Spuren des Kolonialismus sichtbarer, als es auf den ersten Blick scheint. Sie prägen Städte wie Rostock, Schwerin, Greifswald, Wismar, Neubrandenburg und viele weitere Orte – manchmal unverkennbar, manchmal subtil und im Alltag übersehen.
Diese Website möchte einen Beitrag dazu leisten, diese kolonialen Kontinuitäten in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar zu machen, kritisch einzuordnen und öffentlich zu diskutieren. Sie versteht sich als offenes Informations-, Lern- und Beteiligungsangebot für alle, die an einer gerechteren, solidarischeren und historisch bewussten Gegenwart und Zukunft mitwirken möchten.
Warum eine Webseite zu kolonialen Kontinuitäten in MV?
Mecklenburg-Vorpommern war – trotz seiner geografischen Lage – eng in den europäischen Kolonialismus eingebunden.
Rostock war ein maritimer Knotenpunkt für Warenströme und koloniale Güter wie Kaffee, Zucker, Baumwolle oder Kautschuk.
Firmen und Handelshäuser profitierten vom globalen Handel, der untrennbar mit Versklavung, Ausbeutung und Gewalt verbunden war. Wissenschaftliche Einrichtungen sammelten Menschen wie Objekte. Kulturgüter aus kolonialen Kontexten liegen bis heute u.A. in Museen. Missionarische Vereine aus dem Norden Deutschlands wirkten weltweit entlang kolonialer Strukturen. Familienbiografien, Industrien, wissenschaftliche Disziplinen und Alltagskulturen wurden durch koloniale Ideologien geprägt.
Eine kritische Auseinandersetzung ermöglicht es, Verantwortung zu übernehmen, globale Gerechtigkeit in den Blick zu nehmen und solidarische Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Diese Website lädt dazu ein, die kolonialen Spuren des Landes neu zu betrachten – im Stadtbild, in Museen, in der Wissenschaft, in Bars und Cafés, im Alltag.
Wer ist Rostock Postkolonial?
Rostock Postkolonial ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, die seit 2017 daran arbeitet, koloniale Spuren in Rostock und darüber hinaus sichtbar zu machen. Die Gruppe recherchiert lokalhistorisch, engagiert sich lokalpolitisch und organisiert Stadtrundgänge oder Workshops. Sie setzt sich dafür ein, problematische Erinnerungsorte umzudenken oder kritisch zu kontextualisieren.
Die Initiative verbindet historische Recherche mit politischer Bildungsarbeit und setzt sich für globale Solidarität, kritisch-postkoloniale Perspektiven und antirassistische Praxis ein. Sie arbeitet eng mit lokalen Akteur*innen, Schulen, Museen, wissenschaftlichen Einrichtungen und der Stadtverwaltung zusammen.
Angesiedelt ist die Arbeit von Rostock Postkolonial (@rostockpostkolonial) im Rahmen eines Projekts von Soziale Bildung e.V., (@globaleslernenmitsobi) in dem Bildungsarbeit zu postkolonialen Themen sowie Dekolonisierung in Erinnerungskultur, Stadtgeschichte und politischer Bildung gebündelt werden. Sie arbeitet zudem mit dem Bundesprojekt der “Eine-Welt Promotor*innen in M-V zusammen. Die Initiative ist zugleich Teil des landesweiten Engagements im Kontext der Eine-Welt-Arbeit und vernetzt sich mit Partner*innen in ganz Mecklenburg-Vorpommern sowie Deutschland und der Welt.
Mitmachen: Warum Engagement wichtig ist
Die Auseinandersetzung mit Kolonialgeschichte ist kein rein akademisches Thema. Sie betrifft Fragen der sozialen Teilhabe, der Erinnerungskultur, der globalen Gerechtigkeit und unserer Verantwortung in der Gegenwart. Die koloniale Vergangenheit kann nicht rückgängig gemacht werden – aber sie kann verstanden, sichtbar gemacht und in eine solidarische Zukunft überführt werden.
Mitmachen kann jede Person, die Interesse hat, zum Beispiel durch:
• Teilnahme an Workshops, Rundgängen oder Veranstaltungen
• Recherche zu lokalen kolonialen Spuren
• Mitarbeit am Kartieren von Straßen, Denkmälern oder Sammlungen
• Beteiligung an Ausstellungsprojekten
• Eigene künstlerische, politische oder pädagogische Beiträge
• Austausch in lokalen Netzwerken
Die Website bietet dafür niedrigschwellige Informationen, Kontaktmöglichkeiten und aktuelle Termine.
Ziel der Website: Aufklären, vernetzen, verändern
Diese Plattform möchte:
- Wissen zugänglich machen – z. B. durch historische Hintergründe, Fakten, Karten und Beispiele.
- Koloniale Kontinuitäten im Alltag sichtbar machen – mit konkreten lokalen Bezügen aus MV.
- Akteur*innen vernetzen, die im Bereich dekolonialer und antirassistischer Bildungsarbeit aktiv sind.
- Zum Mitmachen ermutigen – denn gesellschaftlicher Wandel entsteht durch gemeinsames Engagement.
- Globale Perspektiven einbringen – für eine solidarische, gerechte Zukunft, im Sinne der Eine-Welt-Arbeit und des Globalen Lernens.
